Buch-Tipps

Ausgezeichnete Autorinnen

Ausgezeichnete Autorinnen

Die wichtigsten Literatur-Auszeichnungen gingen 2020 ausschließlich an Frauen.

  • Der Ingeborg-Bachmann-Preis an die 80jährige Schriftstellerin Helga Schubert.
  • Der Georg-Büchner-Preis an die 82jährige Lyrikerin Elke Erb.
  • Der Sigmund-Freud-Preis an die Historikerin Ute Frevert.
  • Der Johann-Heinrich-Merck-Preis an die Kritikerin Iris Radisch.
  • Der Heinrich-Heine-Preis an die die Kritikerin und Buchhändlerin Rachel Salamander.
  • Der Joseph-Breitbach-Preis an die Schriftstellerin Nora Bossong.

Diese Bücher der Autorinnen gibt es bei uns in der Ausleihe.

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Kübra Gümüsay: „Sprache und Sein“

Kübra Gümüsay: „Sprache und Sein“

Kübra Gümüsay kommt Ende November 2020 nach Saarbrücken. Wenn ihr ihr aktuelles Buch „Sprache und Sein“ vorher mal ausleihen wollt: Wir haben es im Bestand. 

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Romane von afrikanischen Autorinnen

Romane von afrikanischen Autorinnen

Zur Leseinspiration: Eine Auswahl an Büchern von afrikanischen Autorinnen aus unserem Ausleihbestand

  • Maryse Condé: Sega
  • Mariama Bâ: Ein so langer Biref
  • Fatou Diome: Der Bauch des Ozeans
  • Fatou Keïta: Die stolze Rebellin
  • Adwoa Badoe: Aluta
  • Oyinkan Braithwite: Meine Schwester, die Serienmörderin
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Ausleihempfehlungen:

Ausleihempfehlungen:

  • Anne Chaplet: In tiefen Schluchten
  • Katrin Rönecke: Beate Uhse – Ein Leben gegen Tabus
  • Tanja Brandes und Markus Decker: Ostfrauen verändern die Republik
  • Sonja Ruf: Im Glanz der Kontrolle
  • Helga Flatland: Eine moderne Familie
  • Alexandra Pape und Sjanie Hugo Wurlitzer: Wild Power – Dein Zyklus als Quelle weiblicher Kraft
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Neu im FGBS-Bestand:

Neu im FGBS-Bestand:

Frauen und Geschichte Baden-Württemberg e. V. (Hg.): Antisemitismus Antifeminismus – Ausgrenzungsstrategien im 19. Und 20. Jahrhundert

Tanja Brandes und Markus Decker: Ostfrauen verändern die Republik

Martyna Bunda: Das Glück der kalten Jahre

WE ARE FEMINISTS

Katrin Rönecke: Beate Uhse – Ein Leben gegen Tabus

Leila Slimani: All das zu verlieren

Margaret Atwood: Die Zeuginnen

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Buchtipp: „Wenn Engel brennen“ von Tawni O’Dell

Buchtipp: „Wenn Engel brennen“ von Tawni O’Dell

Ob es wirklich ein Engel ist, der in Campbell’s Run halb verkohlt in einer rauchenden Erdspalte steckt? Das werden wir erst ganz am Ende erfahren. Bis dahin erleben wir einen Parforce-Ritt durch die untergegangene Minenarbeiter-Welt im ländlichen Pennsylvania, untergegangen im wortwörtlichen Sinn. Denn die Geschichte hat ein historisches Vorbild: In Centralia, Pennsylvania, wüten seit 1962 unterirdische Minenbrände, die seitdem Straßen und Häuser verschlucken, die Natur zerstören und die meisten Bewohner*innnen zum Wegzug gezwungen haben. Zurück blieben ein verwüsteter Landstrich und eine verarmte Bevölkerung, in der es fast nur noch Verlierer gibt.

Hier siedelt Tawni O’Dell die Handlung ihres Romans an. Gleich auf den ersten Seiten wird unter schaurigen Umständen die erste Leiche gefunden und geborgen, und wir erfahren von den „knorrigen, blattlosen Bäume[n], die wie Riesenhände von Untoten aus der leicht schwelenden Erde ragen.“ Damit ist ein Ton gesetzt, ein Bild geschaffen, das den Roman auf unheimliche Weise prägt. Die Unterweltfeuer schwelen unerbittlich, und die Menschen in der Oberwelt retten sich in einen Widerstand, der im besten Fall resigniert oder trotzig, manchmal aber auch bösartig sein kann.

Deutlich benannt werden die Folgen für die dort lebenden Familien, denen buchstäblich der Boden unter den Füßen wegbrennt: jahrelange Arbeitslosigkeit hat ihren Preis, Alkoholismus, Drogen, sexueller Missbrauch, Prostitution, Jugendkriminalität sind die Folgen. Ein Höllenszenario, dem die kantige Ermittlerin Chief Carnahan recht abgebrüht, aber immer mit klarem Blick für die Realitäten begegnet. Zumal sie selbst aus der Gegen stammt und eine eigene, in Teilen ungeklärte Familiengeschichte mitbringt.

Die beiden Erzählstränge überkreuzen und verstärken sich. Hier die allmähliche Aufklärung des Todes des Mädchens Camio, die aus einer stadtbekannten unsympathischen Loser-Familie stammte und auf dem besten Wege war, sich aus diesem Milieu zu befreien. Dort parallel die Aufarbeitung der familiären Vernachlässigung in Kindheit und Jugend der Polizeichefin, gipfelnd in der Ermordung von Chief Carnahans Mutter vor 35 Jahren. Schicht um Schicht werden die Dysfunktionen in beiden Familien aufgedeckt, ein aufklärender Schock jagt den nächsten. Am Ende stehen wir fassungslos und zutiefst beunruhigt vor den mörderischen Folgen jahrzehntelanger Vernachlässigung einer nutzlos gewordenen Bevölkerung. Dass diese ehemaligen Bergbau- und Ölfördergebiete heute Trump Country sind, sei nur am Rande angemerkt.

Als Gegengewicht schafft O’Dell mit Dove Carnahan eine Ermittlerinnenfigur, die ihre eigene Vorgeschichte mitbringt, und die dem allgegenwärtigen Sexismus und den menschlichen Abgründen gleichermaßen lakonisch begegnet. Woher diese Haltung rührt, wird uns bereits früh vermittelt: „Mit fünfzehn hatte ich die bestmöglichen Eltern: Sie waren tot und konnten mir nichts mehr tun.“ Damit setzt die Erzählerin gleichfalls einen Ton, dem die Leser*in zunehmend verfällt, und schafft einen Spannungsbogen mit überraschenden Entwicklungen bis zur letzten Seite. Wer Engel und wer Teufel ist, oder wer sich einfach ans „Meimer“-Prinzip hält („Maul halten und eigenen Mist endlich regeln“),  wird so auch noch aufgeklärt.

Tawni O`Dell hat bereits fünf Romane und hiermit nun ihren ersten Kriminalroman über die heruntergekommenen Coal Towns um Pittsburgh, Pennsylvania geschrieben. Dem Argument Verlag (edition ariadne) gebührt der Verdienst, diese exzellente Autorin erstmals der deutschen Leser*innenschaft vorgestellt zu haben. Weitere Übersetzungen ihrer Werke wären wünschenswert, zumal die Verwüstungen einer nachindustriellen Epoche ja auch in unserem Land zu beobachten sind.

Tawni O’Dell: Wenn Engel brennen. Argument Verlag, edition ariadne, Hamburg 2019, 349 S.

Rezension: Dr. Annette Keinhorst

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Sophie Passmann: Alte weiße Männer

Sophie Passmann: Alte weiße Männer

Alte weiße Männer

Ein Schlichtungsversuch

»Beweis erbracht: Unbestechlichen Feminismus gibt es auch in lustig. Sogar in sehr lustig! Großartig!« Anne Will.

Sophie Passmann ist Feministin und so gar nicht einverstanden mit der Plattitüde, der alte weiße Mann sei an allem schuld. Sie will wissen, was hinter diesem Klischeebild steckt und fragt nach: Ab wann ist man ein alter weißer Mann? Und kann man vielleicht verhindern, einer zu werden? Sophie Passmann gehört zu einer neuen Generation junger Feministinnen; das sind Frauen, die stolz, laut und selbstbestimmt sind. Sie wollen Vorstandschefinnen werden oder Hausfrauen, Kinder kriegen oder Karriere machen oder beides. Und sie haben ein Feindbild, den alten weißen Mann. Dabei wurde nie genau geklärt, was der alte weiße Mann genau ist. Eines ist klar: Er hat Macht und er will diese Macht auf keinen Fall verlieren. Doch Sophie Passmann will Gewissheit statt billiger Punch-lines, deswegen trifft sie mächtige Männer, um mit ihnen darüber zu sprechen: »Sind Sie ein alter weißer Mann und wenn ja – warum?« Die Texte, die daraus entstanden sind, gehören zu den klügsten und gleichzeitig lustigsten, die man hierzulande finden kann.

Sophie Passmann war im Gespräch mit:

Christoph Amend, Micky Beisenherz, Kai Diekmann, Robert Habeck, Carl Jakob Haupt, Kevin Kühnert, Rainer Langhans, Sascha Lobo, Papa Passmann, Ulf Poschardt, Tim Raue, Marcel Reif, Peter Tauber, Jörg Thadeusz, Claus von Wagner

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Ausstellungskatalog „Lotte Laserstein“

Ausstellungskatalog „Lotte Laserstein“

Den Katalog zur Ausstellung „Lotte Laserstein“, die vom 19. September 2018 bis 17. März 2019 im Städel Museum in Frankfurt zu sehen war, gibt es ab sofort bei uns in der Ausleihe.

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FGBS-Youtube-Kanal mit Buchempfehlungen

FGBS-Youtube-Kanal mit Buchempfehlungen

Im Youtube-Kanal empfehlen Nutzer_innen und Sympathisant_innen der FrauenGenderBibliothek Saar Bücher in kurzen Video-Clips. Manchmal sind das ganz neue Bücher, manchmal aber auch Klassiker oder individuelle Lieblingsbücher, die die Leser_innen nachhaltig beeindruckt haben. Außerdem sind alle Textarten von Romanen über Fachbücher bis Biographien und vieles mehr dabei.

Die meisten der vorgestellten Bücher gibt es in der FrauenGenderBibliothek Saar zum Ausleihen.

Link zum Youtube-Kanal der FGBS

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