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Zehn »Spitzenfrauen«-Verbände fordern mehr Frauenquote im Wahlkampf

Zehn »Spitzenfrauen«-Verbände aus Wirtschaft, Forschung und Medien fordern mehr Frauenquote im Wahlkampf

Die Stimmen von Frauen entscheiden die Bundestagswahl – doch die Wahlkämpfer schert das wenig. „Unsere Forderungen werden ignoriert“, kritisiert Annette Bruhns von ProQuote Medien, „als sei Frauenpolitik nur etwas für Wahlprogramme und erschöpfe sich ansonsten im Für und Wider des Betreuungsgeldes.“

Zehn Frauenverbände üben bei der Durchsetzung der Gleichstellung in den Führungsgremien der Unternehmen sowie auf dem Arbeitsmarkt den Schulterschluss: für die Quote und für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern bei gleicher Arbeit. Dazu zählen neben ProQuote Medien e.V. auch Branchenverbände der Juristinnen, Ingenieurinnen und Ärztinnen sowie die Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“ (FidAR) oder der mächtige LandFrauenverband mit seiner halben Million Mitglieder.
„Frauen in Führungspositionen – das ist ein deutsches Schauermärchen am Ende einer fast ergebnislosen Legislaturperiode“, bilanziert FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow, „Wahlversprechen trösten darüber nicht hinweg“.

Bei der Aktion „Spitzenfrauen fragen Spitzenkandidaten“ am 17. Mai dieses Jahres im Bundestag versprach Kanzlerkandidat Peer Steinbrück dem Aktionsbündnis, dass die SPD nicht nur eine Quote von 40 Prozent für die Aufsichtsräte einführen wolle, sondern auch für Vorstände – und zwar bis 2017. Ursula von der Leyen (CDU) kündigte erst für 2020 eine starre Aufsichtsratsquote an. Die Spitzenkandidatinnen der Linken, Sahra Wagenknecht, und von Bündnis90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt, machten sich für starre Frauenquoten stark, die ihre Parteien längst prägten – und zwar positiv.

Die Gesprächsprotokolle sind nachzulesen auf www.spitzenfrauen-fragen.de

„Wir machen weiter“, erklärt Martine Herpers von „erfolgsfaktor FRAU“: „Nach der Wahl ist auch für uns vor der Wahl“. Für den Herbst plant das Bündnis weitere öffentliche Aktionen.

Aktuelle Aussagen von Spitzenpolitikern zur Frauenführungsfrage lesen Sie unter: www.pro-quote.de/politiker.

Ansprechpartnerinnen:

Posted by Anke in News

Enquete-Kommission berichtet ohne Geschlechterperspektive

Der Bericht der Enquete-Kommission zu Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität ohne Geschlechterperspektive

Nach gut zweijähriger Tätigkeit hat die Enquete-Kommission mit einem 957 Seite langen Abschlussbericht und einer öffentlichen Anhörung ihre Arbeit beendet. Von den Sachverständigen und Parteien der Linken und der Grünen wurde bei der Anhörung ein Änderungsantrag zum Gesamtbericht eingebracht, der vorsah, ein Kapitel zu „Geschlechterpolitischen und feministischen Perspektiven auf Wohlstand und Lebensqualität“ einzufügen. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Regierungsparteien bei Enthaltung der SPD abgelehnt und erscheint nun als Sondervotum.

Es ist zu bemängeln, dass kritisch-emanzipatorische und feministische Theorien oftmals nicht verknüpft werden – obwohl es hier gute Synergien gibt. Nach wie vor gibt es das Missverständnis, dass es bei den feministischen Theorien um Politik und Theorie von und für Frauen gehe, die entsprechende Forschung nicht rezipiert und damit die grundlegende Kritik an den Rationalitäten nicht wahrgenommen werde. Die feministische Publizistin Christa Wichterich verweist darauf, dass sich in den 70er Jahren öko-feministische Stimmen besser durchsetzen konnten, weil sie eingebettet waren in einer starken Frauenbewegung, die wiederum große Schnittflächen mit anderen sozialen Bewegungen hatte. Darauf folgte in den 90er Jahren die Verschiebung auf einen Gleichstellungsfeminismus, bei dem es um Anpassung und Einpassung geht, aber das Hinterfragen gesellschaftlicher Verhältnisse mehr und mehr verschwunden ist. Gleichzeitig haben sich die Bewegungen professionalisiert und fragmentiert, wodurch die breite Basis zersplittert wurde.

Als Vorschläge zur Verbesserung der Situation werden u.a. genannt: Allianzen nutzen, die sich anbieten, andere gezielt suchen – Care als Leitmotiv der Gesellschaft verbreiten, Produktion als Teil der Reproduktion anerkennen, nicht umgekehrt – nach Anknüpfungen und Übergangsstrategien suchen, wie lassen sich Strukturfragen in Alltagsfragen übersetzen und umgekehrt. (aus: genanet news, www.genanet.de)

Posted by Anke in News
Stiftung PSD L(i)ebensWert spendet 25.000 Euro an saarländische Projekte

Stiftung PSD L(i)ebensWert spendet 25.000 Euro an saarländische Projekte

Die Scheckübergabe fand gestern in der Saarbrücker Geschäftsstelle der PSD Bank RheinNeckarSaar eG statt.  

In dem Land, in dem sie aufgewachsen sind, arbeiteten sie als Lehrerinnen, Ärztinnen, Anwältinnen oder in anderen Berufen. Für viele Frauen, die nach Deutschland zugewandert sind, ist es schwierig, hier wieder einen Einstieg ins Erwerbsleben zu finden.

Mit einem Mentoring-Programm will das Mentoring-Netzwerk für Migrantinnen (MiNET) Frauen mit Migrationshintergrund bei der beruflichen und/oder persönlichen Neuorientierung in Deutschland unterstützen. Eine Idee, die den Saarbrücker Spendenbeirat der PSD Stiftung L(i)ebensWert überzeugte.

So konnten die Initiatorin des Mentoring-Programms, Annette Keinhorst, Leiterin der Frauenbibliothek Saar, und Programm-Koordinatorin Iulia Popescu gestern einen symbolischen Scheck von 4.000 Euro entgegennehmen und damit den Aufbau ihres Projekts weiter vorantreiben.

Posted by Iuli in News

Ausleihe wieder geöffnet!

Ab morgen steht Ihnen und Euch der Ausleih- und Beratungsbetrieb der FrauenGenderBibliothek am neuen Standort (s.u.) zur Verfügung.
Wer einfach nur neugierig ist, darf sehr gerne auch mal reinschauen, ein kühles Empfangsgetränk (morgen wird es ja wieder sommerlich!) steht bereit.

Posted by Anke in Eigene Veranstaltungen, News

Wiedereröffnung der Bibliothek

Es ist geschafft!

Bis auf größere Teile unseres Graue-Materialien-Archivs ist endlich alles in den nun fertig gestellten neuen Räumen eingetroffen und eingeräumt!

Der allgemeine Ausleihbetrieb startet nächste Woche:

Dienstag, 11. Juni 2013 zu den gewohnten Öffnungszeiten

am neuen Standort Großherzog-Friedrich-Str. 111, 66121 Saarbrücken

im Hof des Ordnungsamtes rechts, Saarbahnhaltestelle Uhlandstraße

Eine offizielle Wiedereröffnung gibt es nach der Sommerpause 🙂 .

Herzlich willkommen in der neuen FrauenGenderBibliothek Saar!


Abschließend noch ein Kulturtipp:

Heute Abend, am 5. Juni 2013 ab 19 Uhr, tritt die Lyrikerin Nora Gomringer im KuBa auf.

»… keine klassische Lesung sondern eine überaus unterhaltsame, tiefsinnige Darstellung ihrer Lyrik, die ich euch gerne empfehlen möchte«, Kommentar einer Nutzerin

www.kuba-sb.de

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Nachruf: Prof. Dr. Barbara Sandig

Nachruf: Prof. Dr. Barbara Sandig

Frauenforscherin, Sprach- und Literaturwissenschaftlerin

* 29.04.1939 in Heidelberg, † 01.03.2013 in Saarlouis ||

Bereits im 18. Jahrhundert wusste der deutsche Dichter und Philosoph Johann Gottfried Herder, dass »Stil aus dem Sprechen und nicht Sprache aus künstlichem Stil« zu lernen sei. Der Analyse von Sprache und Stil hatte sich auch Barbara Sandig verschrieben, die zwischen 1979 und 2004 Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität des Saarlandes und zudem eine großzügige und langjährige Förderin der Frauen- und Genderbibliothek in Saarbrücken war.

Nach ihrem Studium der Germanistik und Romanistik in Freiburg, Dijon und Heidelberg promovierte Barbara Sandig 1971 als Schülerin von Peter von Polenz zum Thema der grammatischen Besonderheiten von Zeitungsschlagzeilen am Germanistischen Seminar in Heidelberg. 1976 habilitierte sie sich dort mit einer Arbeit über die pragmalinguistischen Grundlagen einer sprachwissenschaftlichen Stilistik. Zwischen 1989 und 1990 leitete sie als erste Frau den früheren Fachbereich »Neuere Sprach- und Literaturwissenschaften« im Rahmen eines interdisziplinären Sonderforschungsbereiches der Computerlinguistik an der Universität des Saarlandes. Neben ihrer klassischen sprach- und literaturwissenschaftlichen Ausrichtung tat sich Barbara Sandig zudem im Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung hervor und schuf mit dem interdisziplinär ausgerichteten Projekt »SOFIE – Schriftenreihe zur Frauenforschung« ein Pionierprogramm an der Universität des Saarlandes. Seit 1995 wurden in dieser Reihe überwiegend Dissertationen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften mit frauen- und/oder geschlechterspezifischen Themen publiziert. Insbesondere Studien zu Berufs- und Geschlechterrollen konnten hier verankert werden. Barbara Sandig selbst widmete sich im Rahmen ihrer Frauenforschung u.a. dem Stellenwert der Gesprächspsychotherapie für das weibliche Selbstkonzept oder der Selbstbewertung von Frauen in Autobiographien seit dem 18. Jahrhundert. Neben ihrer großen fachlichen Kompetenz schätzten Kollegen und Freunde insbesondere ihre herzliche Art und ihr einnehmendes Wesen.

Der Frauenbibliothek Saar war Barbara Sandig langjährig verbunden, als fachkundige Beraterin und als Mitglied im Förderverein. Wir verlieren mit ihr eine Pionierin der Frauen- und Genderforschung an der Universität des Saarlandes und eine solidarische Unterstützerin der außeruniversitären Frauenbildungsbewegung im Saarland. Und um aus der Traueranzeige ihrer FachkollegInnen in der ZEIT vom 14.3.2013 zu zitieren: »Barbara Sandig war und bleibt für uns durch ihre wissenschaftliche Integrität und Menschlichkeit Vorbild. Als engagierte Frau hat sie im Universitätsleben Maßstäbe gesetzt und viele andere gefördert. Sie war nie laut, aber immer gefragt, ihre Stimme hatte Gewicht. Sie wird für uns nicht verstummen.«

(AK/AM)

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Förderung für Frauenarchive!

(Pressemitteilung von i.d.a.) ||

Die Zusage von Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU), den FrauenMediaTurm in Köln für die kommenden vier Jahre mit jeweils 150.000 Euro zu unterstützen, haben Archive und Dokumentationszentren der Frauenbewegungsgeschichte in Deutschland mit Interesse aufgenommen. Sie sehen darin eine positive Wende in der bislang üblichen Förderpraxis des Bundes und hoffen auf zukünftige Zuwendungen auch für ihre Einrichtungen.

Mit dieser Förderung, „wird vom BMFSFJ der Dokumentation von Frauenbewegungsgeschichte in Deutschland endlich das Gewicht gegeben, das ihr seit langem gebührt, aber bisher vorenthalten wurde,“ heißt es in einer Stellungnahme der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel. Befremdlich sei allerdings, dass hier erstmalig die föderalen Strukturen außer Acht gelassen würden, wonach Archive zur Frauenbewegung in Deutschland dezentral organisiert sind und bislang als Länder- und nicht Bundesangelegenheit definiert wurden.

Bund bislang nicht zuständig

„Die unzureichende finanzielle Absicherung dieser Archive ist seit langem bekannt. Trotz der Einmaligkeit der Aufgaben und der Bestände und obwohl einige in ihren Sammlungen bundesweit orientiert sind, werden sie bisher nicht vom Bund finanziert. Das macht nicht nur die Arbeit in den einzelnen Archiven mühsam, auch eine Vertretung in Fachgremien auf EU-Ebene ist deshalb erschwert – für Deutschland, eines der größten Länder innerhalb der EU, ein unhaltbarer Zustand!“ So die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung, die seit 2007 gemeinsam mit anderen Einrichtungen und dem Dachverband der deutschsprachigen Frauen-/Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen (i.d.a.), unterstützt vom Deutschen Frauenrat, von Frauenforscherinnen und PolitikerInnen für finanzielle Absicherung auf Bundesebene kämpft. Bisher ohne Erfolg, weil der Bund sich für die Förderung nicht zuständig sah.

Neue Förderpolitik auf andere Einrichtungen ausdehnen

„Vor diesem Hintergrund ist es höchst erfreulich, dass sich Kristina Schröder als Bundesfrauenministerin jetzt in der Verantwortung sieht“, heißt es in der Stellungnahme der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung weiter. Die Absicherung des FrauenMediaTurms könne allerdings nur ein erster Schritt sein, denn dessen Bestände spiegelten nur einen Bruchteil der Frauenbewegungsgeschichte in Deutschland wider. Um diese insgesamt für die Zukunft zu bewahren und zugänglich zu machen, damit die „Geschichte der Emanzipation auch für die folgenden Generationen ein lehrreicher Augenöffner“ werden kann, bedürfe es mehr. „Die jetzt begonnene Förderpolitik muss konsequent auf die relevanten Archive ausgedehnt und verstetigt werden“, fordert die Kasseler Stiftung. „Damit aus dem ersten Schritt des BMFSFJ ein Lauf für die Frauenbewegung wird.“

Die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung, Spezialistin der ersten Frauenbewegungen und Herausgeberin einer wissenschaftlichen Vierteljahresschrift (Ariadne), wird jährlich mit 200.000 Euro aus hessischen Landesmitteln gefördert und erhält einen Mietkostenzuschuss der Stadt Kassel. Das Archiv bearbeitet jährlich rund 300 direkte Anfragen und zählt über 250.000 Zugriffe auf seine Online-Datenbanken. 2011 wurde es in das Verzeichnis national wertvoller Archive vom Kulturgutschutz Deutschland aufgenommen.

Gute Beziehungen zur Regierungsspitze helfen Schwarzer

Der FrauenMediaTurm in Köln, ein Projekt der Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer, ist eine vor allem auf die neuen Frauenbewegungen spezialisierte Bibliothek. 2011 waren dort nach eigenen Angaben rund 250 BesucherInnen akkreditiert. Bislang wurde die Einrichtung jährlich mit 210.000 Euro aus NRW-Landesmitteln gefördert. Diese Unterstützung wurde Ende vergangenen Jahres auf 70.000 Euro gekürzt. Schwarzer sah sich daraufhin als Opfer einer „Intrige“ der rot-grünen Landesregierung und machte sich ihre guten Beziehungen in die Spitze der Bundesregierung zunutze. Sie gilt u.a. als politische Freundin von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

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