lesbisch, jüdisch, schwul – Eine Ausstellung des Schwulen Museums (Berlin)

vom 20. Januar bis 23. März 2018 in der Politischen Akademie der Stiftung Demokratie Saarland in Saarbrücken

Im Zentrum der Ausstellung stehen 24 Biografien, die vom Leben im Untergrund und im Exil, von Deportation und Ermordung, aber auch vom Überleben und Wirken in der Nachkriegszeit geprägt sind. So unterschiedlich die porträtierten Menschen und ihre Lebenswege auch waren, hatten sie doch alle eines gemeinsam: Sie waren jüdisch und zugleich homosexuell.

Während des Nationalsozialismus war die Doppelstigmatisierung eines „schwulen Juden“ ausdrücklich vorgesehen. In den Konzentrationslagern manifestierte sie sich etwa in der Markierung eines Häftlings mit modifiziertem Davidstern. Wie hoch der Anteil jener Häftlinge in den Konzentrationslagern insgesamt war ist bis heute nicht bekannt. Zumindest in Bezug auf die Zahl der homosexuellen Männer geht die Forschung von 5.000 bis 10.000 Inhaftierten aus. Ausgehend von einem Bevölkerungsanteil Homosexueller zwischen 1,5 und 5 Prozent dürften sich unter den 6 Millionen ermordeten Juden allerdings zwischen 90.000 und 300.000 Lesben und Schwule befunden haben.

In der äußerst lebendigen Homosexuellenkultur der 1920er Jahre betätigten sich zahlreiche Jüdinnen und Juden, die durch ihre Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Literatur in erheblichem Maße zur Emanzipation sowohl jüdischer als auch homosexueller Menschen beitrugen. Jene, die mit zweierlei Stigmata zu kämpfen hatten, sind heute jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten. Ziel der Ausstellung ist es, wieder ein Bewusstsein für ihre Schicksale zu schaffen.

Die Ausstellungseröffnung ist am Mittwoch, den 19. Januar 2018, um 18:00 Uhr.

Ansprechpartnerin:
Dr. Verena Paul
Email vp@sdsaar.de

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29. Mai 2017 von petrastein
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