Feminismus-Gender-Lesben/Queer

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Die FrauenGenderBibliothek Saar arbeitet im Schnittpunkt von akademischer Frauen- und Genderforschung und feministischer und frauenpolitischer Praxis. Wichtiger Bestandteil dieses Selbstverständnisses ist die öffentliche Fachbibliothek zu Frauen- und Genderfragen.

Fachbibliothek

Zeigt die Fachbibliothek, den Lesebereich mit RegalenHier finden BesucherInnen über 15.000 Bücher und Fachzeitschriften, 26.000 Datensätze und rund 100 Regalmeter Graue Literatur.

Die Themenpalette reicht von internationaler Frauenbewegung bis zu genderorientierter Arbeitsmarktforschung, von Migration über Militarismus bis zur Geschlechtergeschichte. Neben einschlägigen Monografien und Sammelwerken finden sich Nachschlagewerke, Statistiken, Ton- und Bilddokumente, Zeitschriften und Pressedossiers. Die internationale Belletristik umfasst (meist übersetzte) Romane, Erzählungen und Lyrik von renommierten Schriftstellerinnen aus aller Welt, von Alice B. Toklas bis Unica Zürn, von Anna Achmatowa bis Zora Neale Hurston.

Monografien und Fachartikel sind einzeln verschlagwortet in einer Datenbank (FAUST) erfasst und über OPAC abrufbar.

Frauenbewegung

Welcome Christabel PankhurstFeminismus und Frauenbewegung, transformiert in Geschlechtertheorie und Frauenpolitik, sind die Grundlage unserer Arbeit und unseres Angebots. Deshalb an dieser Stelle eine kurze Einführung in die Geschichte der Frauenbewegung:

Die Frauenbewegung als politische Bewegung für Emanzipation und Gleichberechtigung von Frauen entstand im frühen 19. Jahrhundert in den USA im Zusammenhang mit der Bügerrechtsbewegung der Schwarzen Amerikaner. Auch in Europa fasste sie, ausgehend von den Suffragetten in England, die sich mit Hungerstreiks und machtvollen Demonstrationen für das Frauenwahlrecht einsetzten, bald Fuß.

Mit der Märzrevolution 1848 setzte auch in Deutschland der Kampf um gleiche Rechte für Frauen ein, der an vielen Fronten und mittels autonomer Vereine und vielfältiger medialer Präsenz (Flugschriften und eigene Zeitungen) gefochten wurde und dem im Zuge der Novemberrevolution 1918 ein erster Erfolg – das allgemeine Wahlrecht auch für Frauen – beschieden war. Diese Phase wird in Deutschland als Erste (oder Alte) Frauenbewegung bezeichnete, die sich ihrerseits in bürgerliche und sozialistische Flügel teilte.

In den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte sich, u.a. in Zusammenhang mit der Studentenbewegung von 1968, die Zweite, oder Neue Frauenbewegung. Aus dieser Bewegung, die sich zunächst auf der Straße, in Demonstrationen und zivilgesellschaftlichem Widerstand äußerte, entstanden zahlreiche Frauenprojekte, die letztlich zu einer Verstetigung (Institutionalisierung) der Bewegung führten.  Frauenhäuser und –notrufe gegen Gewalt an Frauen, Frauenverlage, -buchläden und Frauenbibliotheken sowie die Frauenforschung an den Universitäten, um den Wissensdurst zu stillen, Frauentherapie- und -gesundheitszentren für Körper und Seele wurden engagiert aufgebaut und mit z.T. öffentlicher Förderung betrieben. Frauenbeauftragte und Gleichstellungsstellen, Landesgleichstellungsgesetze, das Gewaltschutzgesetz (2002) und die verbindliche EU-Strategie des Gender Mainstreaming waren weitere bleibende Erfolge dieser „Zweiten Welle“.

Inzwischen gibt es wieder vermehrt feministisch inspirierte Aktivistinnen, vor allem in der Musikszene in den USA (Rrrriot Girls, Third Wave Feminism). In Deutschland spricht man von der Dritten Welle bzw. den Pop- oder Postfeministinnen, die sich vorwiegend universitär (Gender Studies, verlinken, s.u.) oder medial/kulturell (Bücher, Zeitschriften, Ladyfeste) äußern. Eine politische Basisbewegung für Frauenrechte existiert im 21. Jahrhundert am ehesten noch in den Ländern der Dritten Welt.

Glossar

Weitere wichtige Begriffe aus unserer Arbeit – schnell erklärt:
(Teile dieses Glossars wurden einer Publikation der Friedrich-Ebert-Stiftung entnommen: Gleichstellungspolitik kontrovers. Eine Argumentationshilfe, hg. von Melanie Ebenfeld und Manfred Köhnen. Bonn 2011, 59-61.)

Antidiskriminierung

Antidiskriminierung ist eine gleichstellungspolitische Strategie, die darauf fokussiert, Diskriminierung abzubauen oder zu verhindern. Instrumente der Antidiskriminierung sind Aufklärung, Gesetzgebung und Rechtsdurchsetzung. Seit 2006 gibt es in Deutschland das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz), seit längerem auch eine Antidiskriminierungsstelle des Bundes (www.antidiskriminierungsstelle.de) und Antidiskriminierungsforen in den Ländern. (FES)

Diskriminierung

Diskriminierung ist die Benachteiligung, Nichtbeachtung, Ausgrenzung oder Ungleichbehandlung einzelner Menschen oder Gruppen auf Grund ihnen angedichteter oder in einem bestimmten Zusammenhang nicht relevanter Merkmale. Das „Allgemeine Geleichbehandlungsgesetz“, AGG umfasst Diskriminierungen aufgrund der Merkmale Geschlecht, Religion/Weltanschauung, ethnische Herkunft, Behinderung, Alter und sexuelle Orientierung. (FES)

Feminismus

Feminismus bezeichnet eine Vielzahl emanzipatorischer Bewegungen des Denkens und des Handelns, die politisch auf den Abbau von Geschlechterhierarchien und Geschlechter-Zwängen abzielt. Feminismus umfasst heute vielfältige Theorien und Erklärungsmuster, die mehr oder weniger ausgeprägt mit internationalen Frauenbewegungen und anderen emanzipatorischen und Bürgerrechtsbewegungen sowie mit wissenschaftlicher Forschung und Theorie verbunden sind (FES)

Gender

»Gender« ist ein Konzept aus der Geschlechterforschung (engl. gender studies), das in erster Linie das kulturelle Geschlecht im Gegensatz zum biologischen Geschlecht (sex) bezeichnet und eine analytische Auseinandersetzung mit den Geschlechterverhältnissen in unserer und in anderen Gesellschaften erleichtert. Gender wird verstanden als eine „soziale Institution“, die das Leben in allen gesellschaftlichen Bereichen strukturiert. Gender prägt und bestimmt Arbeitsteilungen, Lebensverläufe, Rollen und Identitäten. Gender meint alle Geschlechter und denkt insofern über Frauen, Männer, Transgender, Homo-, Bi- und Heterosexuelle und deren Hierarchien und Interdependenzen nach. (FES/AK)

Gender-Kompetenz

Gender-Kompetenz ist eine Fähigkeit von Menschen, geschlechtsspezifische Aspekte zu erkennen und in Richtung Gleichberechtigung zu bearbeiten. Gender-Kompetenz beinhaltet Kenntnisse über Geschlechterverhältnisse in Gesellschaft und Beruf, eine Sensibilität für Rollenstereotype und die Fähigkeit, geschlechtersensibel zu handeln, verbunden mit der Motivation zur Veränderung von Geschlechterverhältnissen. (FES)

Gender Mainstreaming

1995 auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking geprägt, wurde der Begriff 1999 im Amsterdamer Vertrag der EU-Staaten verankert. GM bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben auf allen Ebenen die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von Anfang an und regelmäßig zu berücksichtigen und auf die Gleichstellung der Geschlechter hinzuwirken. GM bedeutet auch, alle Entscheidungsprozesse in Organisationen sind darauf hin zu überprüfen, welche Auswirkungen sie auf die Gleichstellung von Frauen und Männer haben und politisches Handeln danach auszurichten. GM bedeutet letztlich Veränderung von Organisationen in zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und -bewusstsein ( siehe auch: www.gender-mainstreaming.net). (FES/AK)

Gleichstellungspolitik

Gleichstellungspolitik kämpft für Gleichstellung zwischen den Geschlechtern auf politischer, kultureller, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene. Beispiele: Frauenförderung, Mädchen- und Jungenförderung, Gender Mainstreaming, Antidiskriminierungspolitik. (AK)

Queer

aus dem Englischen (schräg, verrückt), urspr. ein Schimpfwort für Lesben und Schwule, positiv umgewertet als Sammelbegriff für alle und alles, was sich nicht vom bestehenden Herrschafts- und Machtverhältnissen in bezug auf Geschlecht (Heteronormativität), Klasse (Klassismus), ethnische Zugehörigkeit (Rassismus) etc. vereinnahmen lässt. Der Begriff meint auch die theoretische und politische Dekonstruktion des dualen Systems von Zweigeschlechtlichkeit und Homo-/Heterosexualität, Weiss/Schwarz u.ä. (AK)

Transgender/TRANSIDENTe

Menschen, die nicht in das zweigeschlechtliche System »passen«; Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen können oder wollen, und Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit den Rollenzuschreibungen ihres legalen biologischen Geschlechts übereinstimmt; oder Menschen, die ihr (biologisches) Geschlecht ändern wollen oder geändert haben. (FES)

Lesben/Queer

fgbs_LesbenundQueerDie FrauenGenderBibliothek Saar ist sowohl Bibliothek und Archiv als auch Veranstaltungsort.

Neben der allgemeinen internationalen Belletristik und Fachliteratur stellt die L-SPARTE einen weiteren Schwerpunkt der Bibliothek dar: der Bestand an leihbaren Romanen, Sachbüchern und Filmen für Lesben und Transgender ist einzigartig im gesamten südwestdeutschen Raum.

Wir bieten Dir

  • eine große Sammlung von Zeugnissen und Spuren lesbischer Existenz
  • eine Ausleihbibliothek mit Autorinnen von Anne Bax bis Sarah Winters, von Rita Mae Brown bis Shamim Sarif
  • Veranstaltungen zu Frauen- und Genderthemen
  • einen Raum der Begegnung für lesbische Frauen verschiedener Kulturen und Generationen
  • Lesetipps sowie Unterstützung bei wissenschaftlichen Recherchen
  • eine angenehme Arbeits- und Leseatmosphäre
  • spannende L-Filme auf DVD
  • ein freundliches Team